Freiheit von Anfang an.

„Aktivstall“ steht für artgerechtere, organisierte Pferde-Haltung im Offenstall. Die Pferde leben im Herdenverband, haben Sozialkontakte unter Artgenossen, können Futter in kleinen Portionen abrufen und leben ganzjährig draußen. In einem Aktivstall werden sie motiviert, sich viel zu bewegen: vom Ruheraum zur Kraftfutterstation, von der Tränke zum Heudosierer, vom Wälzplatz zum „Kollegen kraulen“.

Pferde im Aktivstall legen täglich mehrere Kilometer zurück. Sie gewinnen dabei an Kondition, halten ihren Stoffwechsel aktiv, ihre Gelenke bleiben geschmeidig und sie sind psychisch deutlich ausgeglichener.

Die Pferde haben, soweit es das Wetter zulässt, ganzjährig Weidegang auf unseren weiten Koppeln. Wenn das nicht möglich ist, leben sie auf großen, drainierten Sand-Paddocks und können sich den ganzen Tag über frei bewegen, wie es ihren natürlichen Bewegungsbedürfnissen als Steppentier entspricht. Jedes Pferd erhält einen Transponder und kann damit in den Heu- und Kraftfutterstationen seine individuell berechneten Futterrationen bis zu 20 mal in 24 Stunden abrufen. Da Pferde einen sensiblen, anfälligen Verdauungsapparat haben, ist diese Art von Fütterung die, die ihren Bedürfnissen am nächsten kommt. Die Pferde können ihre Futterportionen geschützt vor ihren Artgenossen in den Futterstationen ungestört abrufen und in ihrem eigenen Fresstempo aufnehmen.

Futterneidprobleme werden reduziert, Verhaltensauffälligkeiten wie Weben, Koppen, Boxenschlagen, usw. reduzieren sich deutlich und die Kolik-Gefahr ist bei Aktivstall-Pferden wesentlich geringer.

Bei unseren Stall-Planungen und den großzügig angelegten Paddocks haben wir uns an dem pferdetypischen Verhalten orientiert: rangniedrigere Tiere müssen immer ausweichen können, Pferde brauchen Rückzugsbereiche, sie müssen sich wälzen können, sie müssen einen Überblick haben, damit sie sich sicher und wohlfühlen können.

Das Beobachten der Herden und das Herden-Management mit der behutsamen Integration neuer Herdenmitglieder erfordern viel Erfahrung, ein gutes Gespür und Zeit. So können neue Herdenmitglieder möglichst unspektakulär und ruhig in die bestehende Herdenstruktur integriert werden.